Freitag, 19. April 2013

Vietnam - Nachtbuserlebnis von Hanoi nach Sapa

Hallo zusammen,

heute melden wir uns inmitten einer Reiseetappe. Wahrscheinlich dient dieser Post auch als eine Art seelischer Verarbeitung des gerade Erlebten.
Der allgemeine Vietnam-Bericht folgt dann in Kürze.

Unsere letztes Ziel in Vietnam führt uns von Hanoi nach Sapa, der Trekking-Hauptstadt ganz im Norden des Landes (von hier aus könnten wir evtl. ohne chinesisches Visum über die grüne Grenze...? Nein besser nicht.).

Für die Anreise stehen grundsätzlich zwei Optionen zur Verfügung: 1.) Nachtzug - etwas langsamer aber wesentlich teuerer - oder 2.) Nachtbus - wahrscheinlich etwas holpriger aber viel günstiger. Da wir erst am Tag der Fahrt das Ticket buchen, wird uns die Entscheidung jedoch abgenommen. Aufgrund eines Feiertags und des nahenden Wochenendes sind alle Zugtickets bereits vergriffen, es bleibt also nur der Nachtbus. OK, den hätten wir wahrscheinlich so oder so gewählt. Mit Nachtbussen haben wir ja in Südamerika bereits recht gute Erfahrungen gemacht. Es erwarten uns ca. 10 Stunden Fahrt mit der Gesellschaft "SAO VIET" mit Ankunft früh am Morgen in Sapa.

Die Reiseagentur bestellt uns um 19 Uhr zu ihrem Büro, von wo aus wir abgeholt und zum Busterminal in Hanoi transportiert werden sollen. Und somit nimmt das Unglück seinen Lauf.
Um 18:50 Uhr stehen wir mit Sack und Pack vor der Reiseagentur und warten auf den Minibus...und warten... Mehrmaliges Nachfragen beim Büroangestellten wird mit einem lässigen "Minibus is coming" abgetan. Als um 19:30 Uhr noch immer kein Minibus da ist (aber mehrere davon bereits an uns vorbeigesaust sind) nähert sich uns ein Vietnamese und murmelt etwas von einem Taxi, das er rufen wolle. Vermutlich sind wir vergessen worden. Wir warten 10 weitere Minuten und tatsächlich kommt ein Taxi in das der Vietnamese (der sich uns nicht vorgestellt hat) einsteigt uns ebenfalls unsere Koffer. Also auch wir schnell ins Taxi rein. Bei jeder Frage unsererseits lässt man uns spüren, dass Touristen wohl als Fracht gelten sind und sich am besten nicht bemerkbar machen sollen.

Wir kommen zwar nicht beim Busterminal von Hanoi, dafür aber bei der Ticketniederlassung des Busunternehmens an. Dort werden wir ins Büro geparkt. Unser Versuch, wie alle anderen Passagiere den Voucher in Bustickets umzuwandeln scheitert mehrfach am sehr inkompetenten Personal, das uns wechselweise ignoriert, auslacht oder uns bittet, sich wieder hinzusetzen. Mehrere Busse werden inzwischen vor der Tür mit Passagieren beladen und machen sich auf den Weg. Wir sitzen da und warten geduldig mehr als eine Stunde, ohne weitere Informationen zu erhalten.
Schon leicht frustriert bleiben wir irgendwann vor den Schalterangestellten stehen und bestehen nun darauf, ebenfalls in einen der Busse einsteigen zu dürfen, wie alle anderen auch. Widerwillig wird uns der Wunsch gewährt und wir erhalten sogar Ticktes für den Bus.

Nachdem wir die Schuhe ausgezogen haben, werden wir auf einer Art Matratze, die auf dem Boden liegt, zu unserem Doppel-Doppelstockbett geführt. Ich habe mich nicht verschrieben. Es sind Doppelstockbetten mit jeweils zwei Liegesitzen nebeneinander. Wir dürfen oben Platz nehmen, was wir zuerst nicht so toll finden, aber immerhin haben wir endlich einen Platz.

Endlich dürfen auch wir in den Bus.

Unsere Aussicht auf die anderen Betten der oberen Ebene. 

Nach weiteren 45 Minuten setzt sich der Bus endlich in Bewegung. Inzwischen  wird uns auch die Bedeutung der Bodenmatratze klar: am Ende ist der Bus vollgestopft mit Passagieren, die billigen Plätze sind offenbar die ohne Liegesitz in der Mitte. Es stapeln sich mindestens 10-15 Menschen auf dem Gang und nehmen dort sehr unbequem aussehende Schlafpositionen ein. Was für ein Glück, das wir a) wegen unseres Drängens früh genug in den Bus gekommen sind und b) oben liegen und somit nicht viel vom Menschenhaufen unter uns mitbekommen.

Immer wieder hält der Bus an und lädt noch weitere Personen ein. Auf einmal taucht der Busbegleiter bei uns auf und bittet um unsere Tickets. Er kontrolliert diese und bittet uns, die Plätze für die neuen Gäste zu räumen. Wie? Was? Soll wohl ein Witz sein? Nach einigem Diskutieren trollt er sich wieder. 5 Minuten später kommt eine weitere Angestellte des Busunternehmens und tippt uns erneut an. Wieder entbrennt die Diskussion um die Sitzplätze, wir haben innerlich bereits beschlossen, sitzen bzw. liegen zu bleiben. Unfreundlich wird uns klar gemacht, wir hätten falsche Tickets und müssten daher auf dem Boden schlafen. Unsere Tickets hätten gar keine Nummer (obwohl wir eine unseren Plätzen entsprechende 5 darauf erkennen können). Wir hätten sowieso zu wenig für die Tickets bezahlt und sie noch dazu nicht in ihrem Office, sondern bei der Reiseagentur gekauft (wie kann man nur?).
Das Gespräch endet damit, dass die Dame uns vorschlägt, die neuen Gäste einfach zu uns zu schicken, damit diese neben/auf uns auf den zwei Liegesitzen schlafen können. Inzwischen haben wir Dank unserer Beharrlichkeit den halben Bus gegen uns aufgebracht (wir sind die einzigen Touristen). Zum Glück nehmen die geprellten Gäste nach weiteren Diskussionen Abstand vom Versuch, neben/auf uns zu schlafen.
Unsere emotionale Stimmung ist am Nullpunkt. Wir fühlen uns im Bus natürlich so richtig wohl. An Schlaf ist die nächsten Stunden erst einmal nicht mehr denken. Werden sie uns in Ruhe lassen? Kommt jetzt alle halbe Stunde jemand und legt sich mit uns an? Werden sie unser Reisegepäck bei der nächsten Gelegenheit einfach aus dem Bus werfen? Die Gedanken drehen sich in unseren Köpfen...

Um 01:30 Uhr ist WC- und Essenspause (wer auch immer um diese Uhrzeit Hunger hat). Wir nutzen diese selbstverständlich nicht, da wir uns nicht trauen den Bus und schon gar nicht unsere Plätze freiwillig aufzugeben.
Die Nacht vergeht - wider Erwarten - ohne weitere Zwischenfälle. Wir haben sogar im 5-Minutentakt etwas Schlaf gefunden.

Beim Aufwachen passiert Michi dann ein weiteres Unglück. Das Brillenetui - inkl. Brille - fällt beim umdrehen in den Gang hinunter. Es ist aber noch dunkel und man kann nichts sehen. Unten stapeln sich nach wie vor die Gangschläfer. So bleibt also nichts anderes als darauf zu warten, dass unten alle aufstehen und niemand das Etui samt Inhalt brauchen kann und sich damit aus dem Staub macht (ausreichend  Feinde haben wir uns am Vorabend ja unter Umständen gemacht). Musste das passieren? Echt ärgerlich, aber ein Unglück kommt selten allein.
Zum Glück bekomme ich das Etui aber mit Einbruch der Dämmerung und der einsetzenden Aufweckmusik in voller Lautstärke wieder zurückgereicht. Puh...erst einmal durchatmen.

Ca. eine Stunde vor Ankunft hält der Bus zwar mit Verspätung, aber dennoch wie mitgeteilt in einem grösseren Ort. Im Reisebüro hat man uns gesagt, den Bus auch hier nicht verlassen zu müssen, da auch diese Pause nur maximal 20 Minuten betragen würde. Irgendwie stehen jedoch alle auf und packen ihre Sachen zusammen. Seltsam...seltsam. Ein verbeihuschender Europäer, der irgendwo im Bus gewesen ist und teilt uns mit, dass der Bus gewechselt werden müsse. Irgendjemand hat ihm das offenbar gesagt. Uns hat man wohl "vergessen". Super, damit sind wir natürlich die Letzten, die den Bus verlassen. Immerhin ist unser Reisegepäck noch da. Allerdings sind wir natürlich auch die Letzten, die den Folgebus besteigen. Damit wird uns letztendlich doch noch die Ehre zuteil, auf der Gangmatratze Platz zu nehmen. Na ja, schlafen wollen wir sowieso nicht mehr und es sind ja auch nur noch 38 km.

Wir sitzen zwar im Gang, aber wir sind ja bald da. So leer wie auf dem Foto bleibt es nicht, auch der Gang ist bei Abfahrt voll besetzt.

Für die 38 km benötigen wir insgesamt 1,5 Stunden, da unterwegs der Bus schlapp macht und in der Reparaturpause die Dame vergessen wird, die uns am Vorabend aus unseren Betten bugsieren wollte. Sie war ausgestiegen und der Bus war ohne sie weitergefahren. Der Verlust wurde jedoch (leider) festgestellt, so dass wir an einem steilen Berghang darauf gewartet haben, bis die Dame wieder hechelnd den Bus erreichen konnte. Desweiteren haben vor uns im Bus noch einige Passagiere ihren Mageninhalt an Plastiktüten übergeben, was der guten Luft im Bus zusätzliche Würze verliehen hat.

Man mag es kaum glauben, aber nach über 13 Stunden Reisezeit kommen wir doch tatsächlich in Sapa an und können ohne Probleme im Hotel einchecken. Da sitzen wir nun und tippen diesen Bericht, den wir euch nicht länger vorenthalten wollen.

Was für eine Odysee. Im Endeffekt ist nichts Schlimmes passiert, aber es war echt unangenehm. Dabei wäre alles noch ok gewesen, wenn man als Tourist nicht ständig als dumm verkauft werden würde.
Wenn später einmal jemand nach dem schlimmsten Erlebnis des Reise fragt, dann haben wir einen neuen Erzählfavoriten... ;-)

Jetzt müssen wir uns erst einmal ein paar Stunden erholen.

Bis bald,
Michi und Nadine

Mittwoch, 3. April 2013

Thailand - Bangkok und Koh Tao

Zurück in Bangkok haben wir beschlossen, nach den vielen Reisetagen in Myanmar erst einmal ein paar Tage an einem Ort einzulegen. Zur Auswahl standen eine Insel vor der Küste von Vietnam und die thailändische Insel Koh Tao. Nachdem wir schon viel über das Tauchen rund um Koh Tao gelesen und gehört hatten, haben wir uns spontan für einen 5-tägigen Aufenthalt auf dieser Insel entschieden. Irgendwie war unsere Thailand-Erfahrung ohne Koh Tao auch noch nicht ganz komplett. Also mit Bus und Schnellboot auf die Insel und dort ein paar Tage am Strand entspannen und die Landschaft erkunden. Warum das nur zum Teil funktioniert hat, seht ihr bei den Bildern:

 Da wir uns in Bangkok bereits ein wenig auskennen, steuern wir ohne schlechtes Gewissen am ersten Abend das Restaurant "Bei Otto" an. Eine deutsche Gaststube, die seit über 28 Jahren mitten in Bangkok deutsche Gerichte anbietet. Nach nun über neun Monaten ohne unsere geliebten schwäbischen Maultaschen schmecken sie uns natürlich richtig gut (als Beilage gibt es einen Brotkorb mit Laugen- und sonstigem Gebäck *jammi*).
Am nächsten Tag gehen wir in ein "hot pot" Restaurant, wo man sich die Zutaten für den heissen Topf vom Fliessband (wie beim running sushi) nehmen kann. All you can eat inkl. Sushis - lecker!

 Am zweiten Tag in Bangkok versuchen wir unser Glück auf der Jagd nach einem chinesischen Visum auf der Botschaft. Die Neuplanung sieht vor, dass wir von Vietnam einen Abstecher nach China machen. Nach einem halben Tag Schlange stehen und einigen Seiten ausgefüllter Formulare werden wir jedoch wegen diversen fehlenden Schreiben und Nachweisen (von denen wir vorher nichts wussten) wieder unverrichteter Dinge nach Hause geschickt. Ausserdem muss man als deutscher Staatsbürger mindestens vier Tage lang auf das Visum warten. In dieser Zeit behält die Botschaft den Reisepass. Das ist uns dann doch irgendwie zu blöd und wir geben den China-Versuch auf. Unseren minimalen Frust spülen wir bei ein bis zwei Bierchen in der Soi Cowboy herunter (rechtes Bild).

 Nach einem Tag Anreise kommen wir auf Koh Tao an. In einer super-idyllischen kleinen Bucht beziehen wir ein rustikalen Bungalow direkt am Meer, der zur Tauchschule gehört, bei der wir gebucht haben. Koh Tao ist der Ort auf der Welt, an dem die meisten Taucher zertifiziert werden. Das nicht ohne Grund: die Lage der Insel bietet ideale Bedingungen zum tauchen. Fast die gesamte Küste ist von Korallenriffen umgeben.
 
 Unsere Tauchschule hat vor zwei Wochen ein neues Schiff bekommen, auf dem bis zu 30 Taucher Platz finden und das jeden Tag drei Tauchplätze anfährt.
Aufgrund des unschlagbar günstigen Preises und der tollen Unterwasserwelt machen wir daher in den kommenden vier Tagen jeder 11 Tauchgänge. Dies führt wiederum dazu, dass wir die Insel mehr von unten und vom Boot aus sehen. Wir sind jeden Tag von morgens bis nachmittags auf dem Schiff, zwei Stunden später wird es bereits dunkel.

 Die Unterwasserwelt hat auch hier wieder einige Raritäten wie diese Nacktschneckenfamilie oder den hübschen Blaupunktrochen zu bieten.

 Ausserdem begegnen wir unter Wasser der kleinen Zauberfee und selbst Superman fliegt einmal vor unserer Linse vorbei.

 Den frühen Abend verbringen wir quasi jeden Tag bei einem "Dekompressions-Bier" in der gemütlichen Strandbar, die praktischerweise direkt neben der Tauchschule ist.

 Am Abend zeigt einer der Angestellten der Bar eine Fackel-Show.

 Einige der Tauchplätze sind aufgrund ihrer Vielfalt einfach atemberaubend (auch wenn das unter Wasser nicht gerade lebensförderlich ist).
Wie der Zufall so will, begegnen wir am ersten Tag auf Koh Tao Jana und Alex wieder, die wir ca. eine Woche vorher in Myanmar kennengelernt haben. Weder die Beiden noch wir hatten geplant, nach Koh Tao weiterzureisen und doch begegnen wir uns im selben Ort wieder. Da beide auch passionierte Taucher sind, verbringen wir die vier Tage vor Ort sowohl unter als auch über Wasser meist zusammen. Wie klein die Traveller-Welt doch manchmal sein kann...

Wir freuen uns, in Jana und Alex zwei Freunde gefunden zu haben, die wir sicher auch nach unserer Rückkehr wieder sehen werden.
Die Abende am Strand in den Bars waren aber auch einfach zu gemütlich.

Ausserdem haben wir seit langem mal wieder ein Bild für unsere Sammlung platter Tiere. Auf dem Bild rechts ist Mimi - der zur Tauchschule gehörende Hund - zu sehen, die es sich auf dem etwas kühleren Betonboden gemütlich gemacht hat.


So, das war es nun aber tatsächlich mit Thailand. Es hat uns super gefallen, weiter geht es in Vietnam.

Viele Grüsse und bis bald,
Michi und Nadine


Mittwoch, 27. März 2013

Myanmar / Burma / Birma

Wie man bereits am Posttitel erkennen kann, haben wir uns nun in ein Land begeben, das sich auf der Suche nach der eigenen Identität befindet. Die Aussicht auf das ursprüngliche Südostasien in einem Land, das lange Zeit von der Aussenwelt abgeschottet war, hat unser Interesse geweckt. Erst seit 2010 ist Individualtourismus in dem von einer Militärregierung gebeutelten Land wieder erwünscht. Seither nehmen die Besucherzahlen exponentiell zu. Dennoch sprechen die ca. 300.000 jährlichen Besucher im Vergleich zu den 14 Millionen Thailand-Touristen eine deutliche Sprache. Was erwartet uns also in einem Land, dass nach dem Rückzug der englischen Besatzer vor 50 Jahren scheinbar in seiner Entwicklung stagniert ist? So ganz genau wissen wir es vorher nicht, aber auch darin besteht der Reiz, ein solches Land im Rahmen unserer Reise zu besuchen. Einzig mit unserem Lonely Planet unter dem Arm machen wir uns also auf dem Weg und werden in den etwas mehr als zwei Wochen so einige Kuriositäten und Einzigartigkeiten erleben.
Wie immer - dazu unsere Bilder und kurze oder in diesem Fall auch teilweise ausführlichere Kommentare:

 Los geht es in Yangon, der grössten Stadt in Myanmar. Dort wird gerade eine der Hauptstrassen mit dem Vorschlaghammer und der "Steintragen"-Methode ausgebessert. Hier geht es tatsächlich noch zu wie in alten Zeiten, Maschinen werden im Strassenbau offenbar kaum eingesetzt.

Strassenmärkte gibt es wie Sand am Meer. Hier decken die Einheimischen ihren alltäglichen Bedarf.

 Vor einem hinduistischen Tempel sehen wir eine "Girlandenkette" von Tauben. Unter die Masse an Tieren hat sich auch ein weisses Exemplar gemogelt.

 Dem europäischen Elektroinstallateur mögen bei der Ansicht dieses Bildes wohl die Haare zu Berge stehen. Für den Burmesen hingegen ist dies offensichtlich die praktischste Art, an Strom zu kommen: einfach die Hauptleitung anzapfen und ein Käbelchen in Richtung der Wohnung ziehen.

 Die Shwedagon Paya ist eine der wichtigsten Pilgerstätten in Myanmar. Hier ist alles mit Gold überzogen, was sowohl bei Tageslicht als auch bei Nacht eine beeindruckende Kulisse erzeugt.
Die Neonlichter hinter der Buddha-Statue finden wir zwar etwas kitschig, der meditierende Mönch davor ist dafür aber umso authentischer.

 Nun zum Thema öffentlicher Verkehr. Der blaue Truck auf dem linken Bild ist ein Nahstrecken-/Mittelstreckentransportmittel. Es werden einfach so viele Personen reingesteckt, dass niemand mehr herausfallen kann und schon geht es los. Billig, aber natürlich wenig komfortabel.

Das zweite Bild haben wir im Wartebereich des Busterminals aufgenommen. Besonders lustig fanden wir die "Ahnengalerie" der Busse an der Wand. 

 Zweiter Stop ist beim "Golden Rock", einer weiteren Pilgerstätte. Mit einem Truck wird man auf halbe Höhe des Bergs transportiert, danach geht es ca. 45 Minuten zu Fuss bergauf weiter. Auf dem Weg dorthin kann man formschöne Bambuswaffen für Jung und Alt kaufen.
Wer den mittelmässig anstrengenden Pfad nicht selbst schafft oder royale Fantasien hat, kann sich auch in einer der abgebildeten Sänften hochtragen lassen.

 Touristenattraktion Teil 1: Myanmar ist das erste Land auf unserer Reise, in dem wir als Attraktion auf Ferienbildern der Einheimischen abgelichtet werden. Wir nutzen die Gelegenheit natürlich ebenfalls für ein Konterfoto.
 Der Blick auf und vom Golden Rock ist tatsächlich beeindruckend. Der Stein balanciert auf einer Felskante und wird ständig mit Blattgold von den Gläubigen beklebt.
Frage: Was ist das? 
Antwort: Die örtliche Wasserversorgung.
Eines unserer Lieblingsbilder, auf dem man sehen kann, wie die einzelnen Ortsteile ihre (unbehandelte) Wasserversorgung sicherstellen. Wenn alle Pumpen laufen, bricht diese häufig zusammen, weil dann der Wasserpegel der Quelle absinkt. 

Natürlich testen auch wir einen der Trucks auf einer ca. viereinhalbstündigen Teilstrecke. Richtig anfreunden können wir uns jedoch ehrlich gesagt nicht damit. Die ungepolsterten Holzbänke sind in einem rückenbrecherischen spitzen Winkel montiert und die "Ladefläche" wird mit Mensch und Material bis unter das Dach vollgestopft. Wer nicht so auf fremden Körperkontakt steht, dem sei der Aircon-Bus empfohlen.

 In Hpa-An angekommen, finden wir nach einigem Suchen ein schönes Hotel mit Blick auf den Hausberg, den wir am kommenden Tag - bei gefühlten 60 Grad in der Sonne - erklimmen. 

Hier sieht man eine burmesische Zahnarztpraxis. Hinter dem grünen Vorhang auf dem linken Bild befindet sich die Strasse (der Vorhang dient wahrscheinlich dem minimalen Staub- und Sichtschutz), auf dem rechten Bild sieht man den Arbeitstisch. Praktischerweise ist auch gleich die Garage und der Putzmittelschrank im Behandlungszimmer. Wir hoffen, dass die unter dem Schrank liegenden Werkzeuge nicht bei der Zahnbehandlung zum Einsatz kommen.
P.S.: Vielleicht fragt ihr euch nun, warum wir in Myanmar beim Zahnarzt waren (@Roli: nein wir werden Dir nicht untreu). Ist doch klar, der Zahnarzt verfügt über die grösste Menge Bargeld. Hier können wir zu einem tollen Kurs unsere US-Dollars in die einheimische Währung umtauschen. Mehr zum Thema Geld und Geldwechsel erzählen wir gerne nach unserer Rückkehr.

 Diese beiden Bilder zeigen die Müllentsorgung der Einheimischen. Falls sich praktischerweise ein Fluss in der Nähe befindet, treibt das Problem mit dem Restmüll von selbst davon. Falls nicht, wird der Müll auf der nächstgelegenen freien Fläche entsorgt.


 In Hpa-An unternehmen wir mit einem hervorragenden Guide eine ganztägige Motorradtour, bei der er uns zu verschiedenen Höhlen und Tempelanlagen bringt. Die Landschaft ist ebenfalls sehr beeindruckend.

 Touristenattraktion Teil 2: Bei diesem Ausflug werden wir gleich mehrmals von Einheimischen um ein gemeinsames Bild gebeten.

 Hier macht Michi mit seinem Helm der Marke "Panzergrenadier" einen kurzen Fotostop auf der staubigen Piste.

 Nachdem wir barfuss(!) eine riesige, stockdunkle Höhle durchquert haben, schimmert uns auf der anderen Seite ein See mit einem kleinen Einheimischendorf entgegen. Dort wird noch rustikal gebadet. Das Kind hat aber offensichtlich Spass daran.

 Mit einem Einbaum lassen wir uns gemütlich über den See schippern. Auf der anderen Seite des Sees geht es aussen herum wieder zum Höhleneingang zurück (alles barfuss, aua).

 Ob dies wohl tatsächlich ein Schnabeltier darstellen soll? Wir gehen jedenfalls davon aus.
Das zweite Bild zeigt eine unendlich erscheinende Schlange von Mönchsfiguren, die zu einem Tempel führt. Wer genau hinschaut kann erkennen, dass sich ein "Nicht-Mönch" in das Bild geschlichen hat.

 Als letzte Station des Tages geht es zu einer Art Freibad, einem beliebten Treffpunkt der Einheimischen (was bei der Hitze auch durchaus nachvollziehbar ist).
Nachdem der Staub des Tages abgeduscht ist, gehen wir noch in ein kleines, indisches Lokal, wo wir vom bisher jüngsten Kellner bedient werden - der aber ohne Probleme korrekt die Rechnung im Kopf erstellen kann.
 
 Nach so langer Zeit wird jede Gelegenheit genutzt, das eigene Gewicht zu ermitteln. Schock! 8 kg zugenommen? Ah nein...nur vergessen den Rucksack abzunehmen.

Hier der Bilderbeweis, dass es in so mancher Unterkunft in Myanmar doch recht rustikal zugeht. Auch die hygienischen Umstände sind teilweise sehr fragwürdig.

 Das wahrscheinlich beeindruckendste Ziel im Land ist die Ebene von Bagan, in der sich mehr als 3500 Tempelanlagen einer historischen Königsstadt auf dichtestem Raum befinden. Diese lassen sich bequem mit Fahrrädern erkunden und teilweise auch (zu Fuss) besteigen.

 Wem die Radtour bei nahezu 40 Grad im Schatten noch nicht ausreicht, dem werden am Strassenrand weitere Trainingsgeräte zur Verfügung gestellt.

 Michi hat das Bienennest an einem Tempel leider zu spät gesehen. Pieks, schon im Gesicht gestochen. Die Biene war zum Glück recht klein. Das Auge schwillt daher nur ein klein wenig zu und ist nach zwei Tagen auch bereits wieder ok.
Zwischenzeitlich zieht eine Herde Rinder durch die Ruinenlandschaft.
 Insbesondere zum Sonnenuntergang bieten sich fast surreal anmutende Bilder der tempelübersäten Landschaft.

 Weiter geht es mit einer gemütlichen, 13,5-stündigen Bootsfahrt nach Mandalay und von dort aus weiter in den Norden des Landes, wo es etwas gebirgiger wird. 

 Links das normale Strassenbild von Mandalay mit vielen Kleinst-Strassengeschäften. 
Rechts führt uns der Besitzer eines Buchladens zur lokalen Wäscherei, wo wir unsere Wäsche zu einem Bruchteil des Hotelpreises flusswaschen lassen (mit Waschmittel, das zuerst gekauft werden muss).

 Wir haben uns vor Ort für ein 2-tägiges Trekking mit Übernachtung in einem Gebirgsdorf entschieden. Auf dem Weg dorthin begegnen wir Wasserbüffeln und lustigen Haustieraffen.

 Das Dorf, in dessen Umgebung hauptsächlich grüner Tee angebaut wird, ist grösser als wir vermutet haben. Hier leben ca. 700 Personen. Am Abend werden die frisch gepflückten Teeblätter direkt verarbeitet. Die Kinder müssen überall mit anpacken.

 Ausserdem besichtigen wir - zurück im Ausgangsort - eine Reisnudelfabrik. Am besten gefällt uns, wie die Nudeln direkt neben der Staubstrasse sonnengetrocknet werden. Das könnte auch der Grund dafür sein, warum es beim Nudelessen manchmal zwischen den Zähnen knirscht ;-)

 An der Aufgeschlossenheit und dem Interesse der Kleinen merkt man, dass hier noch nicht allzu viele Touristen vorbeigekommen sind. "Bye bye" ist das erste ausländische Wort, das die Kinder hier aufschnappen und so wird man damit von ständigem Zurufen und Winken auf dem Weg begleitet.
Auch hier kann man auf der Strasse überrollt werden. Zwar nicht von motorisierten Gefährten, aber dem Büffelkarren möchte man dennoch nicht unter die Räder kommen (Nadine riskiert einiges für ein schönes Foto).

 Die Holzpferde verkörpern "nats". Diese Geister werden von den Bergvölkern neben dem allgegenwärtigen Buddha noch immer stark verehrt und erhalten daher ebenfalls angemessene Opfergaben.
Die Kinder haben derweil ein Transportmittel in Form eines Büffels gefunden und lassen sich gemütlich durch das Dorf tragen.

 Bei der Gastfamilie im Bergdorf geht es erwartungsgemäss rustikal zu. Das vegetarische Essen ist dafür aber sehr lecker. Die extrem schlechte Nacht auf der zwei Zentimeter dicken Matratze bleibt dagegen hoffentlich die Ausnahme.

Wieder im Ort angekommen, führt uns der Guide noch zu sich nach Hause, um uns ganz stolz seinen drei Monate alten Sohn zu zeigen.

Zum Schluss noch unser bisheriges Lieblingsbild, das wir zufällig in einem der Minimärkte aufgenommen haben.
Unter dem Motto: "Geldwäsche leicht gemacht", oder "Semiprofessionelle Geldwäsche für den Heimgebrauch" kann hier Waschmittel erworben werden. Was uns die Geldscheine auf der Packung sonst sagen sollen, bleibt ein Rätsel.

Danach geht es wieder mit dem Bus zurück nach Mandalay.
Als Fazit kann man das bestätigen, was wir kürzlich so schön in einem Reisemagazin gelesen haben: 
"A certain amount of discomfort enhances the overall holiday experience". Für uns heisst das: trotz oder gerade wegen dieser teilweise speziellen Erfahrungen, wird uns das Land sicher in guter Erinnerung bleiben.

Wir fliegen zurück nach Bangkok, von wo aus wir die weitere Planung vornehmen werden.

Viele Grüsse,
Michi und Nadine